Kurzkonzeption: Empowermenttrainings

,,Identitätsbildung ist essentiell für ein gesundes psychologisches Selbstbild als Rom_nja, weil hierdurch die Grundlage des individuellen Bildungserfolgs gelegt wird. Wer sich selbst schätzt ist auch imstande selbstbewusst das Bildungssystem zu durchlaufen.‘‘ (Prof. Hristo Slavov Kyuchukov, Psycholinguist, Universität Amsterdam am 7.4.2016 während einer Podiumsdiskussion von Amaro Foro e. V.). Analog zu dieser These gilt: 

Terno Drom e.V. bietet in NRW und bundesweit Empowermenttrainings an. Sie setzen daran an, dass Rassismus gegen Sinti*za und Romn*ja eine nicht zu unterschätzende Wirkungskraft auf die Identitätsbildung von jugendlichen Rom*nja und Sinti*zze haben. Er manifestiert sich in alltäglicher oder struktureller Diskriminierung, der oft von Jugendlichen internalisiert wird. So streben einige Jugendliche bestimmte Berufe gar nicht erst an, weil sie annehmen, dass sie als Sinti*za und Rom*nja keine Chance haben. Gerade internalisierter Rassismus wird jedoch kaum selbst hinterfragt. Gesellschaftliche Ungleichheit wird meist als gegeben hingenommen. Im Empowermenttraining werden in einem ganzheitlichen Ansatz verschiedene Erfahrungen mit Rassismus und die generationsübergreifenden Traumata Community verarbeitet.Dabei geht es um Traumata aufgrund von Vertreibung, Versklavung und Völkermord.

Die Jugendlichen bringen verschiedene kulturelle, religiöse und regionale Hintergründe mit in die Trainings. Zudem gibt es neben der Internalisierung andere unterschiedliche Strategien im Umgang mit Rassismuserfahrungen wie Selbstassimilierungsstrategien, Abgrenzungsstrategien oder offensive Strategien. Daher bedarf es differenzierter Empowermentansätze. Ein Empowermenttraining kann erfolgreich sein, wenn die Jugendlichen sich mit essentiellen Fragen ihrer Identität auseinander setzen und in ihrem Selbstwertgefühl und ihrer Selbstbestimmung gestärkt werden. So kann eine Grundlage für aktive gesellschaftliche Beteiligung gelegt werden. Wichtige Fragen sind z.B.: Was machen Rassismus gegen Rom*nja und Sintiza sowie Fremddefinitionen mit mir und wie gehe ich damit um? Welche Alltagsstrategien entwickle ich? Welche alternativen Meinungskonzepte kann ich für mich entwickeln? Was bedeutet für mich Antirassismusarbeit?